Aktualisiert von
Julia Stein verantwortet die Redaktion von Medipros. Seit über fünf Jahren arbeitet sie im HR-Recruiting und hat in dieser Zeit Stellenkampagnen über Greenhouse, Join, rexx und Indeed gesteuert – für Arbeitgeber aus der Dienstleistungsbranche, dem Bildungssektor und dem Gesundheitswesen. Sie kennt Besetzungsprozesse aus der Perspektive derer, die täglich Stellen zu füllen haben: welche Anzeigen Bewerbungen bringen, woran Verfahren scheitern und wie lange gute Kandidatinnen und Kandidaten auf eine Rückmeldung warten, bevor sie abspringen. Auf Medipros schreibt sie über Recruiting-Praxis, den Arbeitsmarkt im Gesundheitswesen und darüber, wie HR-Prozesse aussehen müssen, damit sie für beide Seiten funktionieren.

Stand: 11. Oktober 2026 – Vergütungen und Tarifwerte werden bei Änderungen aktualisiert.
Du willst in der Apotheke arbeiten, weißt aber noch nicht, welcher Weg der richtige für dich ist? Dann bist du nicht allein. Wer nach einer Ausbildung in der Apotheke sucht, stößt schnell auf drei Abkürzungen und Begriffe: PKA, PTA und Pharmazie. Alle drei führen in die Apotheke – aber mit völlig unterschiedlichem Profil, unterschiedlicher Dauer und unterschiedlicher Bezahlung.
In diesem Überblick vergleichen wir die drei Berufe in der Apotheke direkt miteinander: Welcher Schulabschluss ist nötig, wie lange dauert der Weg, was verdienst du in der Ausbildung und danach – und welcher Weg passt zu deinem Typ?
Drei Wege in die Apotheke auf einen Blick
PKA (Pharmazeutisch-kaufmännische Angestellte): duale, kaufmännische Ausbildung – bezahlt ab dem ersten Tag
PTA (Pharmazeutisch-technische Assistentin/Assistent): schulische, pharmazeutische Ausbildung – Beratung, Labor, Arzneimittelabgabe
Apotheker (Pharmaziestudium): Studium mit Staatsexamen – Verantwortung, Leitung, eigene Apotheke möglich
Die Berufe in der Apotheke im Vergleich
PKA | PTA | Apotheker | |
|---|---|---|---|
Art | duale Ausbildung | schulische Ausbildung | Studium (Staatsexamen) |
Schulabschluss | in der Regel Hauptschulabschluss oder mittlere Reife | mittlere Reife (oder gleichwertig) | Abitur bzw. Hochschulzugangsberechtigung |
Dauer | 3 Jahre (mit Abitur verkürzbar) | 2,5 Jahre (2 Jahre Schule + 6 Monate Praktikum) | ca. 5 Jahre (8 Semester + Praktisches Jahr) |
Vergütung in der Ausbildung | ab Tag 1: 876 / 927 / 979 € (ADA) | nur im Praktikum: 876 € (ADA) | kein Gehalt im Studium, im Praktischen Jahr 1.133 € (ADA) |
Gehalt danach (ADA-Tarif 2026) | ca. 2.375–2.770 € | ca. 2.650–3.270 € | 4.166–4.922 € |
Schwerpunkt | Warenwirtschaft, Einkauf, Organisation | Beratung, Rezeptur, Labor | Verantwortung, Beratung, Leitung |
Aufstieg | z. B. Fachwirt, Einkauf, Industrie | Weiterbildungen, Pharmareferent, Studium | Filialleitung, Fachapotheker, eigene Apotheke |
Gehälter: Bruttomonatswerte für Vollzeit nach ADA-Tarif 2026 (39 Wochenstunden). In Nordrhein und Sachsen gelten eigene Tarife, viele Apotheken zahlen übertariflich.
PKA: Der kaufmännische Weg
Die PKA ist das kaufmännische Herz der Apotheke. Du kümmerst dich um Wareneingang, Lagerhaltung und Einkauf, prüfst Lieferungen und Verfallsdaten, arbeitest mit der Apothekensoftware und unterstützt bei der Abrechnung mit den Krankenkassen. Auch Sichtwahl und Freiwahl, Marketing und Kundenkontakt gehören dazu – Arzneimittel abgeben oder dazu beraten darfst du als PKA aber nicht.
Die Ausbildung ist dual: Du arbeitest in einer Apotheke und gehst zur Berufsschule. Der große Vorteil: Du verdienst vom ersten Tag an Geld. Alles zu Inhalten und Ablauf liest du in unserem Artikel zur PKA Ausbildung, die Gehaltsdetails im Artikel zum PKA Gehalt.
PTA: Der pharmazeutische Weg
Als PTA stehst du im Mittelpunkt der Apotheke: Du berätst Kundinnen und Kunden zu Arzneimitteln, gibst Medikamente ab, stellst Salben, Kapseln und Lösungen in der Rezeptur her und prüfst Ausgangsstoffe im Labor – immer unter Aufsicht einer Apothekerin oder eines Apothekers.
Die Ausbildung findet an einer Berufsfachschule statt, danach folgt ein Praktikum in der Apotheke. In der Schulphase gibt es keine Vergütung, dafür aber Förderung wie Schüler-BAföG. Warum das so ist und wie du die Zeit finanzierst, erklären wir im Artikel Verdient man in der PTA-Ausbildung Geld?. Voraussetzungen, Schulen und Prüfungen findest du im Artikel zur PTA Ausbildung.
Pharmazie: Der akademische Weg
Wer Apothekerin oder Apotheker werden will, studiert Pharmazie. Das Studium dauert acht Semester und endet nach dem Praktischen Jahr mit dem dritten Staatsexamen und der Approbation. Die Studienplätze werden zentral vergeben und sind begehrt – ein guter Abiturschnitt oder andere Zulassungswege sind daher wichtig. Wie die Vergabe genau funktioniert und welche Rolle Tests und Ausbildung spielen, erklären wir im Artikel zum Pharmazie NC.
Dafür trägst du als Apotheker die größte Verantwortung: Du prüfst Verordnungen, berätst bei komplexen Fragen, leitest das Team und kannst eine Filiale führen oder dich mit einer eigenen Apotheke selbstständig machen. Was Apotheker in der Offizin, im Krankenhaus und in der Industrie verdienen, liest du im Artikel zum Apotheker Gehalt.
Welcher Typ bist du? Die Entscheidungshilfe
Die PKA passt zu dir, wenn …
du gern organisierst, planst und mit Zahlen arbeitest,
du schnell eigenes Geld verdienen möchtest,
dich Einkauf, Warenwirtschaft und Marketing mehr reizen als Chemie.
Die PTA passt zu dir, wenn …
du dich für Naturwissenschaften und Arzneimittel interessierst,
du gern Menschen berätst und im Labor praktisch arbeitest,
du in überschaubarer Zeit einen gefragten Gesundheitsberuf lernen willst.
Pharmazie passt zu dir, wenn …
du Abitur hast oder machst und ein anspruchsvolles Studium nicht scheust,
du langfristig Verantwortung übernehmen oder eine Apotheke leiten willst,
dich auch Karrieren in Klinik, Industrie oder Forschung interessieren.
Gut zu wissen: Die Wege schließen sich nicht aus. Viele PKA wechseln später in die PTA-Ausbildung, und manche PTA studieren nach einigen Berufsjahren Pharmazie. Die Erfahrung aus der Apotheke ist dabei ein echter Vorteil.
Weitere Berufe in der Apotheke
Neben PKA, PTA und Apotheker gibt es in vielen Apotheken weitere Berufsgruppen: Pharmazieingenieure und Apothekerassistenten (Berufe, die heute nicht mehr ausgebildet werden), Fahrerinnen und Fahrer im Botendienst sowie Aushilfen. Als Ausbildung in der Apotheke sind aber PKA und PTA die beiden Hauptwege – und das Pharmaziestudium der Weg zur Approbation.
Häufige Fragen zur Ausbildung in der Apotheke
Welche Ausbildung kann man in der Apotheke machen?
Die beiden klassischen Ausbildungen sind PKA (dual, kaufmännisch) und PTA (schulisch, pharmazeutisch). Wer Apotheker werden möchte, studiert Pharmazie.
Welche Ausbildung in der Apotheke wird am besten bezahlt?
Während der Ausbildung verdienst du als PKA am meisten, weil du ab dem ersten Tag eine Vergütung bekommst. Nach der Ausbildung verdienen PTA mehr als PKA – und Apotheker mit Abstand am meisten.
Brauche ich Abitur für eine Ausbildung in der Apotheke?
Nein. Für die PKA reicht in der Regel ein Hauptschulabschluss oder die mittlere Reife, für die PTA die mittlere Reife. Nur für das Pharmaziestudium brauchst du eine Hochschulzugangsberechtigung.
Was ist der Unterschied zwischen PTA und PKA?
PTA arbeiten pharmazeutisch – sie beraten, stellen Arzneimittel her und geben sie ab. PKA arbeiten kaufmännisch – sie kümmern sich um Warenwirtschaft, Einkauf und Organisation.
Kann ich nach der PTA-Ausbildung Pharmazie studieren?
Ja, mit Hochschulzugangsberechtigung. Die Berufserfahrung als PTA kann dir im Studium und später im Beruf viel bringen.
Fazit
Es gibt drei Einstiege in die Apotheke – und sie unterscheiden sich deutlich: Die PKA ist dual, kaufmännisch und ab dem ersten Tag bezahlt. Die PTA ist schulisch und pharmazeutisch, mit viel Beratung und Laborarbeit. Und das Pharmaziestudium führt zur Approbation und damit zur Leitung einer Apotheke. Welcher Weg der richtige ist, hängt von deinem Schulabschluss, deinen Interessen und deinen Zielen ab – gefragt sind alle drei Berufe.
Du weißt schon, welcher Weg zu dir passt? Dann schau dir die aktuellen Ausbildungsstellen in der Apotheke bei Medipros an.


