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Verdient man in der PTA-Ausbildung Geld? Schulzeit, Praktikum und Förderung

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JS
Julia SteinOct 9, 2026 · 7 min read

Julia Stein verantwortet die Redaktion von Medipros. Seit über fünf Jahren arbeitet sie im HR-Recruiting und hat in dieser Zeit Stellenkampagnen über Greenhouse, Join, rexx und Indeed gesteuert – für Arbeitgeber aus der Dienstleistungsbranche, dem Bildungssektor und dem Gesundheitswesen. Sie kennt Besetzungsprozesse aus der Perspektive derer, die täglich Stellen zu füllen haben: welche Anzeigen Bewerbungen bringen, woran Verfahren scheitern und wie lange gute Kandidatinnen und Kandidaten auf eine Rückmeldung warten, bevor sie abspringen. Auf Medipros schreibt sie über Recruiting-Praxis, den Arbeitsmarkt im Gesundheitswesen und darüber, wie HR-Prozesse aussehen müssen, damit sie für beide Seiten funktionieren.

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Illustration: Weg von der PTA-Schule zur Apotheke, Kalender mit 2,5 Jahren und Euro-Münzen

Stand: 9. Oktober 2026 – Vergütungen, BAföG-Sätze und Schulgeld-Regelungen werden bei Änderungen aktualisiert.

Wer sich für die Ausbildung zur Pharmazeutisch-technischen Assistentin oder zum Pharmazeutisch-technischen Assistenten interessiert, stellt früher oder später eine ganz praktische Frage: Wie viel verdient man als PTA in der Ausbildung? Die Antwort überrascht viele: In den ersten zwei Jahren gibt es kein Gehalt. Erst im Praktikum in der Apotheke zahlt der Arbeitgeber eine tarifliche Vergütung.

Das ist kein Grund, die Ausbildung nicht zu machen – aber ein guter Grund, sie gut zu planen. In diesem Artikel erfährst du, wie die PTA-Ausbildung finanziell abläuft, wie hoch die PTA Ausbildungsvergütung im Praktikum ist und welche Förderung du nutzen kannst – von Schüler-BAföG bis Bildungsgutschein.

PTA Ausbildung Gehalt auf einen Blick

  • Schulphase (2 Jahre): keine Ausbildungsvergütung, an privaten Schulen fällt oft Schulgeld an

  • Praktikum (6 Monate): 876 € brutto im Monat nach ADA-Tarif, in Nordrhein und Sachsen 850 €

  • Förderung: Schüler-BAföG als Zuschuss, Bildungsgutschein bei Umschulung, Nebenjob in der Apotheke

  • Zum Vergleich PKA: Vergütung ab dem ersten Ausbildungstag

Warum es in der PTA-Ausbildung zunächst kein Gehalt gibt

Die PTA-Ausbildung ist keine duale Ausbildung wie etwa die Ausbildung zur PKA, sondern eine schulische Ausbildung an einer Berufsfachschule. Sie dauert insgesamt zweieinhalb Jahre und besteht aus zwei Teilen:

  1. Zwei Jahre Schule: Unterricht an einer staatlichen oder privaten PTA-Schule mit Theorie und viel Laborpraxis. Den Abschluss bildet der erste Abschnitt der staatlichen Prüfung.

  2. Sechs Monate Praktikum: praktische Ausbildung in einer öffentlichen Apotheke, danach folgt der zweite Prüfungsabschnitt.

Weil du in der Schulphase keinen Ausbildungsvertrag mit einem Betrieb hast, zahlt dir in dieser Zeit auch niemand eine Ausbildungsvergütung. Du bist Schülerin oder Schüler – mit allen Vor- und Nachteilen. Einen ausführlichen Überblick über Voraussetzungen, Schulen und Prüfungen findest du in unserem Artikel zur PTA Ausbildung.

Schulgeld: Was kostet die PTA-Schule?

Ob in der Schulphase Kosten auf dich zukommen, hängt von der Schule ab. Staatliche PTA-Schulen sind in der Regel schulgeldfrei. Private Schulen verlangen dagegen häufig ein monatliches Schulgeld, dazu kommen oft Anmelde- und Prüfungsgebühren.

In einigen Bundesländern wird das Schulgeld an privaten Schulen ganz oder teilweise vom Land übernommen – die Regelungen ändern sich allerdings immer wieder. Frag deshalb bei deiner Wunschschule genau nach, welche Kosten anfallen und ob es Zuschüsse gibt. Zusätzlich solltest du Ausgaben für Lehrbücher, Laborkittel und Fahrtkosten einplanen.

PTA Ausbildungsvergütung im Praktikum

Geld verdienst du in der PTA-Ausbildung erst im sechsmonatigen Praktikum in der Apotheke. Für diese Zeit schließt du einen Praktikumsvertrag mit der Apotheke ab, und die Vergütung ist tariflich geregelt:

Tarifgebiet

Vergütung im Praktikum (brutto pro Monat)

ADA (bundesweit außer Nordrhein und Sachsen)

876 € (seit 01.01.2026)

Nordrhein

850 €

Sachsen

850 €

Für sechs Monate Praktikum kommen nach ADA-Tarif also insgesamt gut 5.200 € brutto zusammen. Viele Apotheken zahlen ihren Praktikantinnen und Praktikanten übrigens mehr als den Tarif – vor allem, wenn sie hoffen, dich nach der Prüfung als PTA übernehmen zu können. Es lohnt sich also, im Bewerbungsgespräch nachzufragen.

Wie es nach der Ausbildung weitergeht und was du als ausgebildete PTA verdienst, liest du in unserem Artikel zum PTA Gehalt.

PTA Ausbildung mit BAföG finanzieren

Die wichtigste Finanzierungshilfe für die Schulphase ist das Schüler-BAföG. Der große Vorteil: Anders als beim Studenten-BAföG ist Schüler-BAföG ein Vollzuschuss. Du musst es also nicht zurückzahlen.

Die wichtigsten Punkte zur PTA Ausbildung mit BAföG:

  • Auch bei den Eltern möglich: PTA-Schulen sind Berufsfachschulen mit mindestens zweijährigem Bildungsgang und berufsqualifizierendem Abschluss. Für sie gilt die Förderung – anders als bei vielen anderen Schularten – auch dann, wenn du noch bei deinen Eltern wohnst.

  • Höhe: Der Grundbedarf liegt derzeit bei 276 € im Monat, wenn du bei deinen Eltern wohnst, und bei 666 € im Monat, wenn du eine eigene Wohnung hast. Dazu können Zuschläge für die Kranken- und Pflegeversicherung kommen. Eine Erhöhung der BAföG-Sätze ist zwar beschlossen, soll aber erst ab 2027 greifen.

  • Einkommensabhängig: Ob und wie viel du bekommst, hängt von deinem eigenen Einkommen und Vermögen sowie in der Regel vom Einkommen deiner Eltern ab.

  • Rechtzeitig beantragen: Stelle den Antrag beim zuständigen Amt für Ausbildungsförderung am besten schon vor Schulbeginn, denn BAföG wird frühestens ab dem Monat der Antragstellung gezahlt.

Ob du Anspruch hast und in welcher Höhe, kannst du vorab mit einem BAföG-Rechner abschätzen. Verbindlich entscheidet aber erst das Amt für Ausbildungsförderung.

Bildungsgutschein: Förderung für Quereinsteiger

Wenn du bereits einen anderen Beruf gelernt hast und die PTA-Ausbildung als Umschulung machst, kommt statt BAföG häufig ein Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit oder des Jobcenters infrage. Damit können Lehrgangskosten wie Schulgeld übernommen werden. Unter bestimmten Voraussetzungen wird zusätzlich der Lebensunterhalt weiter abgesichert, zum Beispiel über Arbeitslosengeld bei beruflicher Weiterbildung.

Voraussetzung ist, dass die Schule für die Förderung zugelassen ist und die Umschulung von der Arbeitsagentur als notwendig anerkannt wird. Mehr dazu liest du in unserem Artikel zur PTA Umschulung.

Nebenjob in der Apotheke: Geld verdienen und Praxis sammeln

Viele PTA-Schülerinnen und -Schüler jobben neben der Schule – am besten direkt in einer Apotheke. Das bringt gleich mehrere Vorteile:

  • Du verdienst regelmäßig Geld, zum Beispiel im Minijob als Aushilfe am Samstag.

  • Du lernst den Apothekenalltag, die Abläufe und die Software schon vor dem Praktikum kennen.

  • Du knüpfst Kontakte – nicht selten wird aus dem Nebenjob später der Praktikumsplatz und danach die erste Stelle.

Typische Aufgaben für Aushilfen sind Warenannahme, Einräumen, Botendienste oder Unterstützung im Freiwahlbereich. Pharmazeutische Tätigkeiten wie die Abgabe von Arzneimitteln darfst du vor deinem Abschluss dagegen nicht eigenständig übernehmen. Achte außerdem darauf, dass der Nebenjob deine Schulleistungen nicht gefährdet – und dass dein Einkommen im Rahmen der BAföG-Freibeträge bleibt, falls du BAföG beziehst.

PTA oder PKA: Der Unterschied bei der Vergütung

Gerade beim Thema Geld lohnt sich der Vergleich mit der PKA-Ausbildung. Pharmazeutisch-kaufmännische Angestellte machen eine duale Ausbildung: Sie haben von Anfang an einen Ausbildungsvertrag mit einer Apotheke und erhalten ab dem ersten Tag eine Ausbildungsvergütung.

PTA

PKA

Ausbildungsform

schulisch (Berufsfachschule)

dual (Apotheke + Berufsschule)

Dauer

2,5 Jahre

3 Jahre

Vergütung

nur im 6-monatigen Praktikum: 876 € (ADA)

ab Tag 1: 876 € / 927 € / 979 € (ADA)

Schulgeld

an privaten Schulen möglich

nein

Förderung

Schüler-BAföG, Bildungsgutschein

ggf. Berufsausbildungsbeihilfe

Die Entscheidung sollte trotzdem nicht nur am Geld hängen: Die beiden Berufe unterscheiden sich deutlich in ihren Aufgaben. Als PTA berätst du Kundinnen und Kunden zu Arzneimitteln und arbeitest im Labor, als PKA liegt dein Schwerpunkt auf Warenwirtschaft, Einkauf und Organisation. Alle Details zur Vergütung findest du im Artikel zum PKA Gehalt.

Tipps: So planst du die PTA-Ausbildung finanziell

  1. Schule vergleichen. Prüfe, ob es in deiner Nähe eine schulgeldfreie staatliche PTA-Schule gibt oder ob das Land das Schulgeld übernimmt.

  2. BAföG früh beantragen. Reiche den Antrag möglichst schon vor Schulbeginn ein, auch wenn du dir nicht sicher bist, ob du Anspruch hast.

  3. Budget für zwei Jahre aufstellen. Rechne Lebenshaltung, Schulgeld, Bücher und Fahrtkosten für die gesamte Schulphase durch.

  4. Nebenjob in der Apotheke suchen. So kombinierst du Einkommen und Praxiserfahrung.

  5. Praktikumsplatz früh sichern. Bewirb dich rechtzeitig und frag nach der Vergütung – übertarifliche Angebote sind keine Seltenheit.

Häufige Fragen zum PTA Ausbildung Gehalt

Wie viel verdient man als PTA in der Ausbildung?
In den zwei Schuljahren gibt es keine Vergütung. Im sechsmonatigen Praktikum zahlt die Apotheke nach ADA-Tarif 876 € brutto im Monat, in Nordrhein und Sachsen 850 €.

Gibt es eine PTA Ausbildungsvergütung wie bei anderen Ausbildungen?
Nur im Praktikum. Da die PTA-Ausbildung schulisch ist, besteht in der Schulphase kein Ausbildungsverhältnis mit einer Apotheke.

Kann ich die PTA Ausbildung mit BAföG machen?
Ja. Für PTA-Schulen gibt es Schüler-BAföG als Vollzuschuss, auch wenn du noch bei deinen Eltern wohnst. Die Höhe hängt vom Einkommen ab.

Muss ich das BAföG zurückzahlen?
Nein. Schüler-BAföG ist ein Zuschuss und muss nicht zurückgezahlt werden.

Wird die PTA-Ausbildung bei einer Umschulung gefördert?
Ja, häufig über einen Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit oder des Jobcenters, wenn die Schule dafür zugelassen ist.

Fazit

Verdient man in der PTA-Ausbildung Geld? In der zweijährigen Schulphase nicht – erst im sechsmonatigen Praktikum zahlt die Apotheke eine tarifliche Vergütung von 876 € (ADA) bzw. 850 € (Nordrhein und Sachsen). Wer das von Anfang an weiß, kann die Ausbildung gut planen: mit Schüler-BAföG als Zuschuss, einem Bildungsgutschein bei der Umschulung oder einem Nebenjob in der Apotheke. Und nach dem Abschluss erwartet dich ein Beruf mit sehr guten Jobchancen.

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